Cashing Crowns 2027 ist mein bisher größtes Ultra-Endurance-Projekt.
Eine Saison voller internationaler Bikepacking-Rennen, extremer Langstrecken und einer besonderen Herausforderung: der Versuch, Europa von Tarifa bis zum Nordkapp zu durchqueren und dabei einen neuen Weltrekord aufzustellen.
Was daraus entsteht, ist mehr als eine Rennsaison.
Eine Geschichte über Ausdauer, Abenteuer, Scheitern, Durchhalten und die Suche nach der eigenen Grenze.
WAS IST CASHING CROWNS 2027?
Cashing Crowns 2027 ist kein einzelnes Rennen. Es ist eine komplette Saison.
Nach fünf Jahren und rund 65.000 Kilometern durch 45 Länder auf unserer Fahrradweltreise habe ich mich 2025 bewusst für eine neue Herausforderung entschieden.
Seitdem geht es nicht mehr um eine klassische Fahrradweltreise, sondern um Bikepacking, Ultra-Endurance und die gezielte Suche nach neuen sportlichen Grenzen.
Der erste große Schritt in diese Richtung war 2025 die Teilnahme und das Finish beim Atlas Mountain Race in Marokko. Die Erfahrung, eine solche Distanz unter anspruchsvollen Bedingungen unsupported zu bewältigen, hat meinen Blick auf das Fahrradfahren nachhaltig verändert.
Seitdem folgten weitere anspruchsvolle Projekte und Touren. Vom Highland Trail 550 in Schottland über Marokko und Kirgisistan bis zu den Kanarischen Inseln, den Anden und Skandinavien. Jede dieser Erfahrungen hat neue Erkenntnisse gebracht und mich gleichzeitig auf die nächste Herausforderung vorbereitet.
Cashing Crowns ist die konsequente Weiterentwicklung dieser Erfahrungen.
2027 geht es darum, mich innerhalb eines Jahres immer wieder neuen Grenzen zu stellen: auf einigen der anspruchsvollsten Ultra-Endurance-Rennen der Welt, bei langen unsupported Bikepacking-Projekten und schließlich bei einem ganz besonderen Vorhaben:
Tarifa → Nordkapp
Quer durch Europa. Auf dem Fahrrad. Auf Rekordkurs.
Dabei möchte ich nicht nur die Kilometer sammeln. Ich möchte zeigen, was hinter diesen Kilometern steckt: Training, Vorbereitung, Zweifel, Rückschläge, Entscheidungen, Erschöpfung und die Momente, in denen man trotzdem weiterfährt.
Cashing Crowns 2027 ist damit nicht der Beginn einer neuen Geschichte, sondern der bisher größte Schritt einer Geschichte, die bereits begonnen hat.
DIE HERAUSFORDERUNGEN
ATLAS MOUNTAIN RACE · MAROKKO
13. – 20. MÄRZ 2027
1.331 KM · 24.688 HM+
Ouzoud → Essaouira
Der Auftakt in Cashing Crowns 2027.
Das Atlas Mountain Race führt unsupported durch den Hohen und Anti-Atlas bis zur Atlantikküste. 1.331 Kilometer und fast 25.000 Höhenmeter entscheiden darüber, wer die Strecke am schnellsten bewältigt.
Mein Ziel: Das Rennen nicht nur erfolgreich beenden sondern das Best möglichst und die Saison mit einem starken Auftakt beginnen.
Wer hat die Route entwickelt?
Hinter der Route steht das Team von Bikepacking.com, einer der bekanntesten Plattformen für Bikepacking weltweit. Die ursprüngliche Idee stammt von Logan Watts, der über viele Jahre verschiedene Regionen Marokkos bereiste und bereits früh an einer langen Offroad-Route arbeitete.
Der südliche Teil entstand zunächst als eigenständige Strecke. Mit der Veröffentlichung des nördlichen Abschnitts durch Evan Christenson wurde daraus schließlich eine fast 2.000 Kilometer lange Verbindung vom Atlantik bis zum Mittelmeer.
Ziel war es nicht, die schnellste oder einfachste Verbindung durch Marokko zu schaffen. Stattdessen sollte eine Route entstehen, die die schönsten Landschaften, interessante kulturelle Orte und möglichst viele naturbelassene Wege miteinander verbindet.
Der Reiseverlauf
Start an der Atlantikküste
Die Reise beginnt im kleinen Küstenort Tiznit. Schon kurz nach dem Start wird klar, dass dies keine gewöhnliche Radreise wird. Die Straßen werden schnell schmaler, der Asphalt verschwindet und macht Platz für breite Schotterpisten.
Die ersten Tage führen durch den Anti Atlas. Die Landschaft wirkt rau und karg, gleichzeitig aber unglaublich faszinierend. Rötliche Felsformationen wechseln sich mit kleinen Dörfern aus Lehm und Naturstein ab. Immer wieder eröffnen sich weite Blicke über Täler und Bergketten.
Der Verkehr spielt hier kaum eine Rolle. Oft begegnet man stundenlang keinem Auto.
Einer der bekanntesten Abschnitte der gesamten Route liegt im Süden Marokkos. Über viele hundert Kilometer folgt die Route of Caravans South dem Streckenverlauf des legendären Atlas Mountain Race.
Wer sich mit Bikepacking beschäftigt, kennt dieses Rennen vermutlich. Es zählt zu den anspruchsvollsten Ultracycling-Veranstaltungen der Welt und führt jedes Jahr über abgelegene Pisten durch den Atlas.
Die Route of Caravans übernimmt viele dieser spektakulären Abschnitte. Lange Schotteranstiege, abgelegene Hochebenen, kleine Bergdörfer und rasante Abfahrten sorgen dafür, dass man sich oft mitten in einem großen Abenteuer fühlt. Gleichzeitig fährt man die Strecke ohne Zeitdruck und kann die Landschaft in aller Ruhe genießen.
Die Wüste rückt näher
Je weiter man Richtung Osten fährt, desto trockener wird die Landschaft.
Palmenoasen tauchen plötzlich zwischen kahlen Bergen auf. Ausgetrocknete Flussbetten durchziehen die Ebene und immer häufiger erinnern die Farben der Landschaft daran, dass die Sahara nicht mehr weit entfernt ist.
Besonders beeindruckend sind die unendlich wirkenden Schotterpisten, die kilometerweit geradeaus führen. Oft sieht man bereits den nächsten Pass am Horizont, der trotzdem noch viele Kilometer entfernt liegt.
Gerade diese Einsamkeit macht den besonderen Reiz der Route aus.
Der Hohe Atlas
Nach den trockenen Ebenen beginnt der landschaftliche Höhepunkt der gesamten Tour.
Der Hohe Atlas erhebt sich mit gewaltigen Bergmassiven über Marokko. Die Route führt über mehrere Pässe mit mehr als 2.500 Metern Höhe. Von oben eröffnen sich Ausblicke über schroffe Täler, schneebedeckte Gipfel und traditionelle Bergdörfer.
Selbst im Frühjahr liegen in den höheren Regionen häufig noch Schneereste. Gleichzeitig blühen in den Tälern bereits die ersten Obstbäume.
Die langen Anstiege verlangen zwar Ausdauer, technisch bleiben sie aber meist gut fahrbar.
Imilchil – Die Verbindung beider Routen
Im Bergdorf Imilchil treffen der südliche und der nördliche Teil der Route zusammen.
Der Ort liegt auf einem Hochplateau im Herzen des Atlasgebirges und ist vor allem für sein jährliches Heiratsfest bekannt. Für Bikepacker markiert Imilchil den Übergang zwischen zwei völlig unterschiedlichen Landschaften.
Während der Süden eher trocken und steinig wirkt, wird der Norden zunehmend grüner.
Durch den Mittleren Atlas
Nördlich von Imilchil verändert sich das Landschaftsbild erneut.
Die Strecke führt durch dichte Zedernwälder, vorbei an klaren Gebirgsseen und über weitläufige Hochflächen. Immer wieder begegnet man frei lebenden Berberaffen, die in den Wäldern des Mittleren Atlas heimisch sind.
Die Temperaturen sind hier meist deutlich angenehmer als im Süden und die Vegetation wirkt fast europäisch. Viele Abschnitte verlaufen weiterhin über ruhige Schotterstraßen, zwischendurch verbinden kleine Asphaltstraßen die einzelnen Täler.
Je näher man dem Norden kommt, desto häufiger passiert man größere Orte.
Unterwegs liegen einige der kulturell bedeutendsten Städte Marokkos, darunter Fès mit seiner weltberühmten Altstadt sowie Chefchaouen, die berühmte blaue Stadt im Rifgebirge. Kurz vor dem Ziel verändert sich die Landschaft ein letztes Mal. Die Berge werden niedriger, die Luft feuchter und schließlich erscheint das Mittelmeer am Horizont.
Nach vielen Tagen auf abgelegenen Schotterwegen endet die Route schließlich in Tanger. Der Blick über die Straße von Gibraltar bildet einen beeindruckenden Abschluss dieser außergewöhnlichen Reise.
Die Route richtet sich an alle, die gerne lange Offroad-Touren fahren. Etwa drei Viertel der Strecke verlaufen auf Schotter, Pisten oder unbefestigten Wegen. Der Rest besteht aus ruhigen Nebenstraßen mit wenig Verkehr.
Technisch ist die Route selten extrem schwierig. Es gibt einzelne steinige Rampen, lose Schotterabfahrten und kurze Passagen, auf denen geschoben werden muss. Insgesamt bleibt die Strecke jedoch gut fahrbar. Die eigentliche Herausforderung entsteht durch die Kombination aus langen Etappen, vielen Höhenmetern und teilweise großer Entfernung zwischen den Versorgungsmöglichkeiten. Gerade im Süden sollte man ausreichend Wasser und Verpflegung mitnehmen, da zwischen den Dörfern durchaus größere Distanzen liegen können.
Wer bereits erste Erfahrungen mit mehrtägigen Bikepacking-Touren gesammelt hat, wird die Route gut bewältigen können. Sie fordert Kondition und Ausdauer, ist aber deutlich weniger technisch, als ihr Ruf zunächst vermuten lässt.
Auf Bikepacking.com wird die Süd mit einer 7/10 und die Nord mir einer 6/10 angegeben. Dies kann ich so aus meiner eigenen Erfahrung bestätigen.
Nutzungsbedingungen: Wie bei jeder auf unserer Webseite veröffentlichten Bikepacking-Routenführung erfolgt die Nutzung dieser Route auf eigene Verantwortung. Informiere dich vor der Abreise über das aktuelle Wetter, die Bedingungen vor Ort sowie über Land- und Straßensperrungen. Beachte während der Fahrt alle Beschränkungen und Regeln zur öffentlichen und privaten Landnutzung, führe geeignete Sicherheits- und Navigationsausrüstung mit und befolge natürlich die #leavenotrace-Richtlinien . Die hier enthaltenen Informationen dienen lediglich als Planungshilfe und sollen dir neben deiner eigenen Sorgfaltspflicht als Inspirationsquelle dienen. Obwohl diese Route, der zugehörige GPS-Track (GPX und Karten) sowie alle Routenrichtlinien von mir sorgfältig recherchiert wurden, kann für deren Richtigkeit keine Gewähr übernommen werden. Die Podtschis haften in keiner Weise für Personenschäden, Sachschäden oder sonstige Situationen, die einzelnen Fahrerinnen und Fahrern auf dieser Route widerfahren können.














