DIE FAHRRADWELTREISE
Im Juli 2020 begann das größte Abenteuer unseres Lebens. Was ursprünglich wie ein verrückter Traum klang, wurde Realität und sollte uns erst fünf Jahre später, im Juli 2025, wieder nach Hause führen.
Fünf Jahre. 45 Länder. 65.000 Kilometer. 720.000 Höhenmeter. Vier Kontinente.
Unsere Reise führte uns von Europa über Nordamerika und Zentralamerika bis nach Südamerika. Den krönenden Abschluss bildete eine Reise in die Antarktis. Den vierten Kontinent, den wir während unserer Weltreise besuchen durften. Jeder einzelne Kilometer auf dem Fahrrad wurde aus eigener Kraft zurückgelegt. Bei Hitze, Kälte, Regen, Gegenwind und auf unzähligen Bergpässen. Jeder Anstieg wurde mit spektakulären Ausblicken belohnt, jeder neue Tag brachte neue Begegnungen und unvergessliche Erlebnisse.
Dabei hätte unsere Weltreise beinahe nie begonnen. Im Frühjahr 2020 legte die Corona-Pandemie die Welt lahm. Grenzen schlossen, Reisen wurden abgesagt und überall herrschte Unsicherheit. Doch für uns gab es kaum einen Weg zurück. Wir hatten unsere Wohnung bereits gekündigt, unseren Besitz größtenteils verkauft und alles auf diesen einen Traum gesetzt. Nach vier Jahren Planung, Sparen und Warten, nicht zuletzt wegen unserer Jobs, wollten wir unseren Traum nicht verschieben.
Also entschieden wir uns: Augen zu und durch.
Es war keine einfache Entscheidung. Niemand wusste, was die kommenden Monate bringen würden. Doch rückblickend war sie genau richtig. Natürlich verlief nicht alles nach Plan. Immer wieder mussten wir unsere Route anpassen, auf neue Einreisebestimmungen reagieren oder spontan umdenken. Genau das machte die Reise aber auch zu dem Abenteuer, das wir uns immer erträumt hatten.
In den fünf Jahren durften wir unglaubliche Landschaften entdecken: schneebedeckte Gebirge, endlose Wüsten, dichte Regenwälder, einsame Küstenstraßen und faszinierende Nationalparks. Als besonderer Höhepunkt führte uns unsere Reise sogar bis in die eisige, unberührte Welt der Antarktis. Ein Ort, der uns mit seiner Stille, seiner gewaltigen Natur und seiner einzigartigen Tierwelt tief beeindruckte. Wir schlugen unser Zelt an den schönsten Orten auf, erlebten Sonnenaufgänge mitten in der Natur und fuhren durch Regionen, von denen wir früher nur geträumt hatten.
Noch wertvoller als die Landschaften waren jedoch die Menschen, denen wir unterwegs begegneten. Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Freundschaften über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg haben unsere Reise geprägt. Immer wieder wurden wir eingeladen, unterstützt oder einfach mit einem Lächeln empfangen. Diese Begegnungen haben uns gezeigt, wie viel Gutes in der Welt steckt.
Natürlich gab es auch schwierige Momente. Tage voller Gegenwind, steile Anstiege, technische Defekte und Situationen, in denen wir unsere Entscheidung hinterfragten. Doch gerade diese Herausforderungen machten die Reise so besonders. Sie lehrten uns Geduld, Gelassenheit und Vertrauen, in uns selbst und in den Weg, den wir gewählt hatten.
Nach 65.000 Kilometern, rund 720.000 überwundenen Höhenmetern und der Durchquerung von 45 Ländern sowie dem Besuch der Antarktis endete unsere Fahrradweltreise im Juli 2025. Was bleibt, sind unzählige Erinnerungen, Geschichten und Erfahrungen, die uns für immer begleiten werden.
Diese Reise war weit mehr als eine sportliche Herausforderung. Sie war eine Reise zu uns selbst. Sie hat unseren Blick auf die Welt verändert und uns gezeigt, dass die schönsten Erlebnisse oft dort entstehen, wo Pläne enden und Abenteuer beginnen.





