
Der Highland Trail 550 ist eine der härtesten und gleichzeitig spektakulärsten Bikepacking-Routen Europas. Die Strecke führt auf rund 1.242 Kilometern durch das Herz der schottischen Highlands und über insgesamt etwa 17.820 Höhenmeter.
Dabei geht es durch eine raue und abgelegene Landschaft mit gewaltigen Bergen, tiefen Tälern, wilden Flüssen und endlosen Moorgebieten. Die Route kombiniert anspruchsvolle Singletrails mit Schotterwegen und bietet immer wieder atemberaubende Ausblicke auf die schottische Wildnis.
Doch die spektakuläre Landschaft hat ihren Preis: Die Strecke verlangt Körper und Geist einiges ab. Selbst erfahrene Mountainbiker müssen ihr Fahrrad auf besonders steilen oder technisch anspruchsvollen Abschnitten immer wieder schieben.
Start und Ziel liegen in Edinburgh. Was auf der Karte zunächst nach einer langen Bikepacking-Tour klingt, wird auf den Trails der Highlands schnell zu einem echten Härtetest und genau das macht den Highland Trail 550 so besonders.
Schottland ist ein Land der rauen Gegensätze. Gewaltige Berge treffen auf endlose Moorlandschaften, tiefe Täler auf wilde Flüsse und einsame Schotterpisten auf technisch anspruchsvolle Singletrails. Oft liegen zwischen den einzelnen Landschaften nur wenige Kilometer und trotzdem fühlt sich jeder Abschnitt völlig anders an. Genau durch diese abwechslungsreiche und ursprüngliche Landschaft führt der Highland Trail 550, eine der bekanntesten und anspruchsvollsten Bikepacking-Routen Schottlands.
Auf rund 1.242 Kilometern führt die Route durch das Herz der schottischen Highlands und über etwa 17.820 Höhenmeter. Dabei geht es durch abgelegene Täler, über einsame Bergpässe und vorbei an wilden Flüssen und Lochs. Asphalt spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen warten lange Schotterpassagen, schmale Singletrails und immer wieder technisch anspruchsvolle Abschnitte, auf denen selbst erfahrene Mountainbiker ihr Fahrrad schieben müssen.
Was den Highland Trail 550 besonders macht, ist jedoch nicht nur die körperliche Herausforderung. Es ist die Abgeschiedenheit. Über weite Strecken gibt es kaum Zivilisation und keine Möglichkeit, schnell auf Unterstützung zurückzugreifen. Wetter, Gelände und die eigenen Kräfte bestimmen den Rhythmus. Regen, Wind und tiefer Untergrund können aus einem ohnehin anspruchsvollen Trail schnell eine echte Herausforderung machen.
Ich bin die komplette Strecke im
Juli 2025 allerdings nicht als klassische Bikepacking-Tour gefahren, sondern als
Bikerafting-Tour. Das bedeutete: Neben dem kompletten Bikepacking-Setup war auch ein Packraft mit dabei. Immer wieder wurde das Fahrrad gegen das Boot getauscht, um Flüsse und Seen zu überqueren oder bestimmte Abschnitte auf dem Wasser zurückzulegen. Dadurch bekam die ohnehin anspruchsvolle Route noch eine zusätzliche Dimension.
Wer hat die Route entwickelt?
Entwickelt wurde der Highland Trail 550 von Alan Goldsmith, der die Route ursprünglich als Trainingsrunde für das Colorado Trail Race in den USA plante. Schnell wurde jedoch klar, dass die schottischen Highlands selbst alles bieten, was es für ein anspruchsvolles Bikepacking-Abenteuer braucht: abgelegene Landschaften, technisch anspruchsvolle Trails, lange Anstiege und das berüchtigte, unberechenbare schottische Wetter. 2013 wurde die Route erstmals gefahren. Aus einer persönlichen Trainingsrunde entstand damit eine der bekanntesten Self-Supported-Bikepacking-Routen Großbritanniens, die bis heute Fahrer aus aller Welt in die schottischen Highlands zieht. (Bikepacking.com)
Der Streckenverlauf
Der Highland Trail 550 als Bikerafting-Abenteuer
Der Highland Trail 550 führt durch einige der abgelegensten und beeindruckendsten Regionen der schottischen Highlands. Die ursprüngliche Route ist rund 885 Kilometer lang und überwindet mehr als 16.000 Höhenmeter. Sie verbindet Schotterpisten, alte Wege und anspruchsvolle Singletrails zu einer großen Runde durch die Highlands. Dabei gibt es immer wieder längere Passagen, auf denen selbst erfahrene Mountainbiker ihr Fahrrad schieben oder tragen müssen.
Meine Tour im Juli 2025 orientierte sich weitgehend an diesem ursprünglichen Verlauf. Ich habe die Strecke jedoch nicht einfach eins zu eins übernommen. Start und Ziel meiner Tour lagen in Edinburgh und nicht wie bei der klassischen Variante in Tyndrum. Zusätzlich habe ich an einigen Stellen kleine Änderungen vorgenommen und einzelne Etappen ergänzt, um die Route speziell für das Bikerafting interessanter zu machen.
Das Grundgerüst blieb dabei der Highland Trail 550. Die zusätzlichen Kilometer und Anpassungen hatten vor allem einen Zweck: Neben den spektakulären Trails und Bergen sollten auch die zahlreichen Lochs und Flüsse der Highlands stärker Teil der Tour werden. So entstand aus dem bekannten Bikepacking-Klassiker meine ganz persönliche Variante des Highland Trail 550. Eine Kombination aus Mountainbike und Packraft.
Von Edinburgh in die Highlands
Meine Tour begann in Edinburgh. Von der schottischen Hauptstadt ging es zunächst hinaus aus der Stadt und hinein in die Landschaft, bevor ich den eigentlichen Highland-Trail-Verlauf erreichte.
Schon dieser Einstieg unterschied meine Tour von der klassischen HT550-Route. Während die Originalroute in Tyndrum beginnt, musste ich zunächst die zusätzlichen Kilometer von Edinburgh bewältigen. Gleichzeitig war dieser Auftakt eine gute Möglichkeit, mich langsam an das Gelände und das zusätzliche Gewicht des Bikerafting-Setups zu gewöhnen.
Denn neben dem Fahrrad und meiner normalen Campingausrüstung befand sich auch das Packraft inklusive Paddel und Zubehör im Gepäck. Jeder zusätzliche Kilometer, jeder Anstieg und jede Schiebepassage musste somit mit einem deutlich umfangreicheren Setup bewältigt werden.
Durch die südlichen Highlands
Nachdem ich die Region um Tyndrum erreicht hatte, folgte ich weitgehend dem Verlauf des Highland Trail 550. Die Strecke führt durch die weiten Täler der südlichen Highlands und immer tiefer hinein in eine Landschaft aus Bergen, Mooren, Flüssen und Lochs.
Einer der ersten großen Höhepunkte ist der Bereich um Ben Alder. Hier zeigt sich bereits sehr deutlich, was den Highland Trail so anspruchsvoll macht. Auf lange Schotterpassagen folgen technisch anspruchsvolle Singletrails, sumpfige Abschnitte und zahlreiche kleine Wasserquerungen.
Der bekannte Singletrail rund um Ben Alder ist dabei einer der schönsten Abschnitte der Route. Rund 15 Kilometer führt der Trail durch eine abgelegene Berglandschaft und bietet immer wieder spektakuläre Ausblicke. Gleichzeitig sorgen Felsen, Wasserläufe und schwieriger Untergrund dafür, dass das Tempo deutlich niedriger ist als auf normalen Gravelstrecken.
Für mich war dieser Abschnitt gleichzeitig ein Vorgeschmack darauf, was das Bikerafting-Setup bedeutete. Das Packraft war zwar vergleichsweise leicht, aber trotzdem zusätzlicher Ballast. Gerade auf den langen Schiebe- und Tragepassagen machte sich jedes zusätzliche Kilogramm bemerkbar.
Corrieyairack Pass und Fort Augustus
Weiter ging es in Richtung Corrieyairack Pass, einem der bekanntesten Anstiege des Highland Trail 550. Der historische Militärweg führt über einen steilen Pass und bietet einen beeindruckenden Blick über die umliegenden Highlands. Auf der anderen Seite wartet mit Fort Augustus einer der wichtigsten Versorgungspunkte der gesamten Strecke. Nach den abgelegenen Abschnitten war die Ortschaft eine willkommene Gelegenheit, Lebensmittel und andere Vorräte aufzufüllen.
Von hier an ging es weiter nach Norden. Die Route wurde zunehmend einsamer und führte immer tiefer in die schottische Wildnis.
Über weitere Schotterwege und Trails führte meine Route weiter in Richtung Contin und anschließend in die nördlichen Highlands. Dieser Abschnitt entspricht weitgehend dem klassischen Verlauf des Highland Trail 550. Mit jedem Kilometer wurde die Landschaft ursprünglicher. Straßen und Ortschaften wurden seltener, während Berge, Moore und Lochs immer stärker das Landschaftsbild bestimmten.
Über Oykel Bridge ging es weiter in Richtung Assynt. Die nördliche Schleife gehört zu den landschaftlich beeindruckendsten Teilen des gesamten Highland Trails. Hier führte die Route unter anderem entlang der Küste und durch die Region um Drumbeg und Lochinver. Die Kombination aus rauer Küste, Bergen und zahlreichen Gewässern machte diesen Abschnitt für meine Bikerafting-Variante besonders interessant.
Suilven und die nördliche Wildnis
Einer der bekanntesten Punkte des nördlichen Abschnitts ist Suilven. Der markante Berg ragt weithin sichtbar aus der Landschaft von Assynt heraus.
Die Trails in diesem Bereich gehören gleichzeitig zu den technisch anspruchsvolleren Passagen der Route. Steine, Felsen, sumpfiger Untergrund und steile Anstiege sorgen dafür, dass auch hier immer wieder geschoben werden muss. Während der klassische Highland Trail bereits an diesen Stellen seine technischen Grenzen zeigt, wurde meine Tour durch das zusätzliche Bikerafting-Equipment noch einmal anspruchsvoller. Das Packraft musste auch dort mitgeführt werden, wo der Weg eigentlich kaum noch als Fahrradweg bezeichnet werden kann.
Genau diese Kombination war aber Teil des Konzepts. Ich wollte nicht einfach möglichst schnell den Highland Trail absolvieren, sondern die Highlands auf eine andere Art erleben und die vorhandenen Gewässer stärker in die Tour integrieren.
Zurück in Richtung Süden
Nach der nördlichen Schleife führte meine Route wieder nach Süden. Über Oykel Bridge ging es weiter in Richtung Ullapool und anschließend in die nächste große Wildnisregion. Hier begann einer der eindrucksvollsten Abschnitte der gesamten Tour: Fisherfield.
Fisherfield gehört zu den abgelegensten Regionen der schottischen Highlands. Zwischen Loch Maree und Little Loch Broom erstreckt sich eine gewaltige Landschaft aus Bergen, Mooren und Seen. Straßen gibt es hier kaum und über weite Strecken ist man vollständig auf sich selbst gestellt.
Für eine normale Bikepacking-Tour ist dieser Abschnitt bereits eine enorme Herausforderung. Für meine Bikerafting-Variante war er noch einmal etwas Besonderes.
Denn hier wurde besonders deutlich, warum ich die Tour mit einem Packraft kombinieren wollte. Die zahlreichen Lochs und Flüsse sind nicht nur Bestandteil der Landschaft, sondern wurden zu einem zusätzlichen Element der Route. Das Fahrrad brachte mich über die Trails zu den Gewässern. Dort konnte das Packraft zum Einsatz kommen, bevor anschließend wieder auf das Fahrrad gewechselt wurde. Aus einer klassischen Bikepacking-Route wurde dadurch eine Reise, bei der Land und Wasser miteinander verbunden wurden.
Nach Fisherfield führte die Route weiter durch die spektakuläre Region um Torridon. Gewaltige Berge, tiefe Täler und technisch anspruchsvolle Trails bestimmten den weiteren Verlauf. Besonders der Bereich um Achnashellach gehört zu den fahrtechnischen Höhepunkten des Highland Trail 550. Technische Singletrails wechseln sich mit Schotterwegen und längeren Anstiegen ab.
Anschließend ging es weiter Richtung Kintail und Dornie, wo mit Eilean Donan Castle eines der bekanntesten Wahrzeichen Schottlands auf der Strecke liegt.
Von dort führte meine Route wieder hinein in die Highlands und weiter Richtung Glen Affric.
Auch hier habe ich meine Route gegenüber dem klassischen HT550 an einigen Stellen angepasst beziehungsweise zusätzliche Etappen eingebaut. Der Grund war erneut das Bikerafting: Ich wollte bestimmte Landschaften und Gewässer nicht einfach nur passieren, sondern sie bewusst in die Tour integrieren.
Nach Glen Affric führte die Route langsam wieder zurück in Richtung Süden. Die großen Landschaftsräume der nördlichen Highlands lagen hinter mir und die Distanz zu Edinburgh wurde zunehmend kleiner. Doch auch nach hunderten Kilometern war die Tour noch lange nicht einfach. Mit jedem weiteren Tag machten sich die vielen Höhenmeter und die zahlreichen technischen Passagen bemerkbar.
Die letzten Abschnitte führten schließlich wieder aus den abgelegenen Highlands heraus und zurück in Richtung Edinburgh.
Damit schloss sich meine persönliche Variante des Highland Trail 550 dort, wo sie begonnen hatte.
Der Highland Trail 550 gehört definitiv zu den anspruchsvolleren Bikepacking-Routen Europas. BIKEPACKING.com bewertet die Strecke mit 9 von 10 Punkten und beschreibt sie als eine der herausforderndsten Self-Supported-Routen der Welt. Rund 75 % der Strecke sind unbefestigt, etwa die Hälfte verläuft auf Singletrails. Dazu kommen mehr als 16.000 Höhenmeter und zahlreiche längere Hike-a-Bike-Passagen, die selbst für erfahrene Mountainbiker eine Herausforderung darstellen.
Meine Tour war durch das Bikerafting noch einmal etwas anspruchsvoller. Neben dem normalen Bikepacking- und Camping-Setup musste ich zusätzlich Packraft, Paddel und die komplette Ausrüstung für die Wasserpassagen transportieren. Gerade auf den ohnehin schwierigen Schiebe- und Tragepassagen machte sich das zusätzliche Gewicht deutlich bemerkbar.
Dazu kamen die von mir eingebauten zusätzlichen Etappen und Wasserpassagen, die den Charakter der ursprünglichen Route teilweise noch einmal veränderten. Zusammen mit dem typischen schottischen Wetter, dem teilweise sumpfigen Untergrund und der enormen Abgeschiedenheit wurde daraus eine sehr anspruchsvolle Kombination aus Mountainbike- und Packraft-Tour.
Schwierigkeitsgrad meiner Tour: 9,5/10.
Nicht unbedingt wegen der reinen Kilometer oder Höhenmeter, sondern vor allem wegen der Kombination aus technischem Gelände, Hike-a-Bike, zusätzlichem Bikerafting-Gepäck, wechselhaftem Wetter und der Tatsache, dass man in den abgelegenen Regionen weitgehend auf sich allein gestellt ist.
Nutzungsbedingungen: Wie bei jeder auf unserer Webseite veröffentlichten Bikepacking-Routenführung erfolgt die Nutzung dieser Route auf eigene Verantwortung. Informiere dich vor der Abreise über das aktuelle Wetter, die Bedingungen vor Ort sowie über Land- und Straßensperrungen. Beachte während der Fahrt alle Beschränkungen und Regeln zur öffentlichen und privaten Landnutzung, führe geeignete Sicherheits- und Navigationsausrüstung mit und befolge natürlich die #leavenotrace-Richtlinien . Die hier enthaltenen Informationen dienen lediglich als Planungshilfe und sollen dir neben deiner eigenen Sorgfaltspflicht als Inspirationsquelle dienen. Obwohl diese Route, der zugehörige GPS-Track (GPX und Karten) sowie alle Routenrichtlinien von mir sorgfältig recherchiert wurden, kann für deren Richtigkeit keine Gewähr übernommen werden. Die Podtschis haften in keiner Weise für Personenschäden, Sachschäden oder sonstige Situationen, die einzelnen Fahrerinnen und Fahrern auf dieser Route widerfahren können.














