Juli 2020 bis Oktober 2022

Unsere ersten Weltreiseräder

Bötcher Roadtripp mit Pinion P1.18


Als wir im Juli 2020 unsere Fahrradweltreise starteten, waren unsere beiden Böttcher Roadtripp für uns die perfekten Räder. Ausgestattet mit einer Pinion P1.18 Getriebeschaltung und Gates Carbon Drive Riemenantrieb waren sie damals technisch modern, robust und speziell für lange Radreisen mit viel Gepäck ausgelegt.


Wir waren zunächst sehr zufrieden mit unseren Rädern. Die Kombination aus Pinion Getriebe und Gates Riemen überzeugte uns gerade auf einer Weltreise. Kein klassischer Kettenantrieb, kein regelmäßiges Ölen und ein geschütztes Getriebe im Tretlagerbereich. Für uns war das damals eine interessante und zukunftsweisende Lösung.


Mit zunehmender Fahrleistung zeigten sich allerdings einige Schwächen, die wir am Anfang nicht erwartet hatten.

Böttcher Roadtripp mit Pinion P1.18 und Gates Carbon Drive

Als wir im Juli 2020 unsere Fahrradweltreise starteten, waren unsere beiden Böttcher Roadtripp für uns die perfekten Räder. Ausgestattet mit einer Pinion P1.18 Getriebeschaltung und Gates Carbon Drive Riemenantrieb waren sie damals technisch modern, robust und speziell für lange Radreisen mit viel Gepäck ausgelegt.


Wir waren zunächst sehr zufrieden mit unseren Rädern. Die Kombination aus Pinion Getriebe und Gates Riemen überzeugte uns gerade auf einer Weltreise. Kein klassischer Kettenantrieb, kein regelmäßiges Ölen und ein geschütztes Getriebe im Tretlagerbereich. Für uns war das damals eine interessante und zukunftsweisende Lösung.


Mit zunehmender Fahrleistung zeigten sich allerdings einige Schwächen, die wir am Anfang nicht erwartet hatten.

Erste Schwächen nach kurzer Zeit

Bereits nach relativ kurzer Zeit stellten wir an verschiedenen Stellen Rostbildung fest. Für Fahrräder, die für eine lange Reise und den Einsatz unter unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen gedacht waren, fanden wir das enttäuschend.


Auch der Umgang mit dem Riemenantrieb erwies sich unterwegs nicht immer als so unkompliziert, wie wir zunächst angenommen hatten. Musste das Hinterrad beispielsweise wegen eines platten Reifens ausgebaut werden, war es anschließend relativ umständlich, den Gates Riemen wieder korrekt zu zentrieren und zu spannen.



Natürlich waren Fahrräder mit Riemenantrieb zu dieser Zeit noch vergleichsweise neu am Markt. Dennoch hatten wir bei einem speziell als Reiserad konzipierten Fahrrad erwartet, dass gerade solche Wartungsarbeiten unterwegs möglichst unkompliziert gelöst werden können. Die Konstruktion des Rahmens empfanden wir in diesem Punkt als nicht besonders gut umgesetzt.

Das Problem mit dem Rahmenschloss

Das größte Problem entwickelte sich allerdings rund um das Rahmenschloss des Riemenantriebs.

Bei einem Fahrrad mit Gates Carbon Drive muss sich der Rahmen öffnen lassen, damit der geschlossene Riemen überhaupt montiert und demontiert werden kann. Genau hier kam es bei unseren Fahrrädern zu erheblichen Problemen.


Besonders ärgerlich war für uns, dass sich später herausstellte, dass bei den beiden Fahrrädern unterschiedliche Schrauben verbaut waren.


Jasmins Fahrrad war über das Fahrradgeschäft direkt bei Böttcher bestellt worden. Bei ihrem Fahrrad waren die entsprechenden Schrauben einheitlich als Innensechskantschrauben ausgeführt. Bei Bastis Fahrrad, das bereits im Fahrradgeschäft vorrätig gewesen war, fanden wir dagegen eine Mischung aus Schlitz-, Kreuzschlitz- und Innensechskantschrauben.


Eigentlich sollten an dieser Stelle ausschließlich Innensechskantschrauben verwendet werden. Besonders problematisch war, dass bei Bastis Fahrrad bereits zwei der vier Schrauben rundgedreht waren.



Das bemerkten wir allerdings erst unterwegs, als wir erstmals einen Platten am Hinterrad reparieren mussten und das Hinterrad dafür ausbauen wollten.

Ein Verdacht, der sich leider bestätigte

Noch schwerwiegender wurde die Angelegenheit, als wir später eine Fahrradwerkstatt aufsuchten, die gleichzeitig Pinion Partner war.


Die Mechaniker überprüften unsere beiden Fahrräder und insbesondere die Pinion Getriebe. Bei Jasmins Fahrrad war nach ihrer Einschätzung alles unauffällig.


Bei Bastis Fahrrad sah die Situation jedoch völlig anders aus.


Bei Pinion Getrieben gibt es keine klassischen Verschleißindikatoren, anhand derer sich die Laufleistung eindeutig ablesen lässt. Die Mechaniker stellten dennoch einen extrem hohen Verschleiß im Getriebe fest. Ihrer Einschätzung nach deutete der Zustand des Getriebes auf eine Laufleistung von mehr als 30.000 Kilometern hin.


Das Problem dabei: Zu diesem Zeitpunkt hatten wir mit unseren Fahrrädern erst ungefähr 9.000 Kilometer zurückgelegt.

Damit lag für uns der Verdacht sehr nahe, dass uns das Fahrradgeschäft Bastis Fahrrad als Neurad verkauft hatte, obwohl es möglicherweise bereits deutlich mehr Kilometer gelaufen war.



Für uns war das ein großer Vertrauensbruch. Wir hatten zwei Fahrräder gekauft, um damit eine mehrjährige Weltreise zu unternehmen. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, welche Probleme uns mit Bastis Fahrrad noch bevorstehen würden.

Das Rahmenschloss wird zum Dauerproblem

Im weiteren Verlauf unserer Weltreise hatten wir immer wieder Probleme mit unseren Fahrrädern. Auffällig war dabei, dass die Ursache sehr häufig im Bereich des Rahmenschlosses lag.


Besonders dramatisch wurde es in Mexiko.


Mitten in den Bergen brach bei Bastis Fahrrad das Rahmenschloss. Damit war eine Weiterfahrt zunächst unmöglich.


Glücklicherweise fanden wir in einem kleinen mexikanischen Dorf zwei hilfsbereite Männer, die uns weiterhelfen konnten. Sie erklärten sich bereit, das beschädigte Teil zu schweißen und uns damit die Weiterfahrt zu ermöglichen.



Ohne diese Hilfe hätten wir an diesem abgelegenen Ort ein erhebliches Problem gehabt.

Enttäuschender Service von Böttcher

Parallel zu unseren Problemen unterwegs versuchten wir mehrfach, Kontakt zu Böttcher aufzunehmen.


Leider gestaltete sich das äußerst schwierig. E-Mails und Nachrichten über Instagram wurden teilweise erst nach mehr als zwei Monaten beantwortet. Auf unsere Antworten mussten wir anschließend wiederum mehrere Wochen warten.


Wir hatten uns gerade bei einem Fahrradhersteller, dessen Räder für lange Reisen und anspruchsvolle Einsätze ausgelegt sind, deutlich mehr Unterstützung erhofft.


Letztendlich wurde uns angeboten, Ersatzschrauben und einige Dichtungen zur Verfügung zu stellen. Mehr Unterstützung konnten wir leider nicht bekommen.


Da wir uns zu diesem Zeitpunkt in Mexiko befanden, organisierten wir den Transport der Ersatzteile selbst. Jasmins Bruder besuchte uns und brachte die von Böttcher zur Verfügung gestellten Teile mit.


Als wir die Teile auspackten, folgte allerdings die nächste Überraschung: Die gelieferten Schrauben waren die falschen und die angekündigten Dichtungen waren ebenfalls nicht dabei.


Für uns war das besonders schwer nachvollziehbar. Schließlich handelte es sich nicht um irgendein Ersatzteil, sondern um die kleinen Schrauben, mit denen Böttcher das Rahmenschloss seiner eigenen Fahrräder befestigte.


Wir mussten uns deshalb schließlich selbst behelfen und die passenden Schrauben in einem Baumarkt suchen.

Und tatsächlich wurden wir fündig.


Die benötigten Schrauben waren so klein, dass sie beispielsweise auch in Steckdosenfassungen oder elektronischen Geräten wie Fernbedienungen verwendet werden. Das zeigt ganz gut, von welcher Größenordnung wir hier sprechen.


Dass wir uns die passenden Schrauben nach einer Weltreise durch mehrere Länder letztendlich selbst in einem Baumarkt zusammensuchen mussten, fanden wir angesichts der vorherigen Kommunikation mit dem Hersteller ziemlich enttäuschend.

Das Ende in Panama

Trotz all dieser Probleme fuhren wir weiter. Unsere Böttcher Roadtripp hatten zu diesem Zeitpunkt bereits viele tausend Kilometer unter unterschiedlichsten Bedingungen hinter sich. Wir waren mit ihnen durch Europa gefahren, hatten verschiedene Länder und Klimazonen erlebt und ihnen einiges abverlangt.


Doch irgendwann war auch für Bastis Fahrrad der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr weiterging. In Panama erlitt das Pinion Getriebe einen Totalschaden. Eine Weiterfahrt mit dem Fahrrad war nicht mehr möglich.


Damit standen wir vor einer Entscheidung, die wir eigentlich möglichst lange vermeiden wollten.



Nach rund zwei Jahren Weltreise war für uns klar: Wir brauchen neue Fahrräder.

Unser Fazit

Rückblickend haben uns die Böttcher Roadtripp trotzdem sehr viel gebracht.


Am Anfang waren wir von den Fahrrädern überzeugt und haben die Kombination aus Pinion P1.18 und Gates Carbon Drive als moderne und zuverlässige Lösung für unsere Weltreise gesehen. Und grundsätzlich hat das Konzept für uns auch funktioniert.

Gleichzeitig haben die mehr als zwei Jahre unterwegs aber gezeigt, wo die Schwächen lagen. Rost, die umständliche Handhabung des Rahmenschlosses, unterschiedliche beziehungsweise ungeeignete Schrauben, wiederkehrende Probleme am Rahmenschloss und schließlich der Totalschaden des Pinion Getriebes bei Bastis Fahrrad haben unsere anfängliche Begeisterung deutlich relativiert.


Besonders enttäuschend war für uns dabei nicht nur das Material selbst, sondern auch der Umgang mit unseren Problemen. Gerade auf einer mehrjährigen Weltreise ist man auf zuverlässige Komponenten und im Ernstfall auch auf einen Hersteller angewiesen, der erreichbar ist und Lösungen anbietet.


Die Böttcher Roadtripp waren deshalb gleichzeitig unsere ersten Weltreiseräder und ein wichtiger Teil unseres Lernprozesses.

Wir haben mit ihnen gelernt, welche Eigenschaften ein Fahrrad für eine lange Weltreise wirklich braucht, worauf man bei der Auswahl achten muss und wie wichtig es ist, auch kleinste Details kritisch zu hinterfragen.


Im Oktober 2022 endete schließlich ihre Zeit als unsere Weltreiseräder. Nach mehr als zwei Jahren und vielen tausend Kilometern wechselten wir auf ein neues Fahrradkonzept.



Die Erfahrungen mit den Böttcher Roadtripp haben dabei maßgeblich beeinflusst, wie wir unsere nächsten Fahrräder ausgewählt und aufgebaut haben.

Technische Daten unserer ersten Weltreiseräder

In der folgenden Tabelle findest du die wichtigsten technischen Daten und Komponenten unserer Böttcher Roadtripp, mit denen wir von Juli 2020 bis Oktober 2022 auf unserer Fahrradweltreise unterwegs waren. Sie zeigt, wie unsere ersten Weltreiseräder aufgebaut waren und welche Komponenten uns auf den ersten rund zwei Jahren unserer Reise begleitet haben.



Neben den technischen Eckdaten haben wir auch einige Besonderheiten unserer Ausstattung aufgeführt. So lässt sich nachvollziehen, mit welchem Setup wir damals gestartet sind und wie sich unsere Erfahrungen mit den Fahrrädern im Laufe der Reise entwickelt haben.

Anzahl Gegenstand Bemerkung
2 Bötcher Roadtripp mit Pinion P1.18 Gates Schaltung Unsere Räder
1 SON 28 Nabendynamo Jasmin
1 Shimano Dore XT Nabendynamo Sebastian
4 Schwalbe Marathon Plus Tour Reifen
2 Brooks Champion Flyer Sättel
2 Bush & Müller Lumotec Luxos U Lichtanlage
1 Tubus Tara Gepäckträger vorne Jasmin
1 Tubus Expedition Gepäckträger vorne Sebastian
2 Tubus Logo evo Gepäckträger hinten
2 Magura HS33 Bremsen
4 Flaschenhalter 2x Jasmin / 2x Sebastian
2 Bush & Müller E-Werk Unser kleines Kraftwerk
1 Ergon GP1 Griffe Sebastian
1 Ergon GP5 Griffe Jasmin
2 Tubus Ständer Lowrider Vorderradständer
2 Hebie Hinterbauständer Nr.0611 Hinterradständer
2 Gates carbon drive CDX Riemen

Wichtige Hinweise

Transparenz liegt uns am Herzen. Daher möchten wir dir offen mitteilen: Alle hier vorgestellten Fahrräder, Komponenten und Taschen haben wir selbst gekauft. Nichts davon wurde uns gesponsert. Unsere Empfehlungen basieren ausschließlich auf unseren eigenen Erfahrungen mit der Ausrüstung, die wir auf unseren Reisen tatsächlich genutzt haben oder immer noch nutzen.