UNSERE ROUTE
Diese Bikepacking Route durchquert Marokko auf rund 2300 Kilometern von Süden nach Norden und verbindet Küste, Wüste und Hochgebirge zu einem abwechslungsreichen Abenteuer. Die Strecke wurde von Logan Watts und Evan Christenson von Bikepacking.com erstellt und von mir vom 19. März bis zum 14. April gefahren. Besonders spannend ist, dass sich die Route in eine Süd und eine Nordetappe aufteilen lässt und dadurch auch jeweils separat befahren werden kann, ideal für alle, die nicht die komplette Durchquerung in einem Stück fahren möchten.
Der südliche Abschnitt startet in der Stadt Agadir und führt über unbefestigte Pisten durch den Anti Atlas bis in die Sahara. Entlang alter Karawanenwege geht es durch Oasen und karge Landschaften, bevor der Atlas erreicht wird.
Der nördliche Teil setzt im Atlas bei Imilchil an und verläuft über anspruchsvolle Pässe, grüne Hügel und traditionelle Pfade weiter bis nach Tanger an die Mittelmeerküste. Unterwegs prägen abgelegene Wege, lokale Küche und die besondere Gastfreundschaft das Erlebnis. Am Ende bietet sich die Möglichkeit zur Überfahrt nach Spanien und damit ein nahtloser Abschluss dieser eindrucksvollen Marokko Durchquerung.
Streckencharakter und Aufbau der Route
Die Route ist bewusst in eine Süd- und eine Nordetappe gegliedert, die sich an der Übergangsregion im Hohen Atlas bei Imilchil treffen. Dadurch ist es problemlos möglich, nur eine der beiden Hälften zu fahren. Etwa den südlichen Wüsten- und Anti-Atlas-Abschnitt oder den nördlichen, deutlich grüneren und alpiner geprägten Teil bis zur Mittelmeerküste bei Tanger. Diese Teilbarkeit ist eines der besonderen Merkmale der Route und macht sie sowohl für kürzere Bikepacking-Trips als auch für eine große Durchquerung attraktiv.
Südetappe: Atlantikküste, Anti-Atlas und Sahara
Die südliche Hälfte beginnt an der Atlantikküste im Raum Agadir bzw. in der weiterentwickelten Routenführung auch im Umland Richtung Tiznit. Von hier führt die Strecke schnell ins Landesinnere und steigt unmittelbar in die zerklüfteten Landschaften des Anti-Atlas auf. Die ersten Tage sind geprägt von langen Anstiegen über Pisten, felsigen Pässen und einsamen Dörfern, in denen sich bereits die typische Amazigh-Kultur des Südens zeigt.
Nach dem Übergang in die höher gelegenen Gebirgsketten öffnet sich die Landschaft zunehmend in Richtung Wüste. Die Route führt über abgelegene Karawanenpfade in Richtung Sahara, wo sich trockene Plateaus, steinige Ebenen und Oasenlandschaften abwechseln. Besonders charakteristisch ist hier der starke Kontrast zwischen den schroffen Bergketten und den weiten, offenen Wüstenräumen. Dieser Abschnitt zählt zu den physisch und logistisch anspruchsvollsten Teilen der gesamten Traverse, vor allem durch lange Distanzen zwischen Versorgungsmöglichkeiten und teils schwierige Untergründe.
Im weiteren Verlauf arbeitet sich die Route wieder in Richtung Atlasgebirge vor und schließt die südliche Hälfte schließlich im Hochgebirge bei Imilchil ab. Damit endet die erste große Etappe der Traverse in einer abgelegenen, hochalpinen Region, die zugleich als natürlicher Übergang in den nördlichen Teil dient.
Nordetappe: Hoher Atlas bis zur Mittelmeerküste
Die Nordetappe beginnt ebenfalls im Bereich von Imilchil und führt zunächst durch die beeindruckenden Hochgebirgslandschaften des Hohen Atlas. Hier verändert sich das Landschaftsbild deutlich: Statt trockener Wüstenregionen dominieren grüne Hochebenen, tiefe Täler, Flussläufe und traditionelle Berberdörfer.
Die Route verläuft über anspruchsvolle Pässe und abgelegene Schotterpisten, die sich durch eine der eindrucksvollsten Bergregionen Nordafrikas ziehen. Immer wieder wechseln sich lange Anstiege mit technisch teils ruppigen Abfahrten ab, während die Dörfer im Atlas einen tiefen Einblick in das ländliche Leben der Region geben.
Weiter nördlich wird das Terrain zunehmend sanfter. Die Strecke führt über Hügelketten, landwirtschaftlich genutzte Täler und kleinere Nebenstraßen in Richtung der nördlichen Städte. Der Charakter der Reise verändert sich dabei spürbar: Die Einsamkeit der Berge weicht nach und nach dichter besiedelten Regionen, in denen Infrastruktur und Versorgungsmöglichkeiten deutlich häufiger werden.
Der finale Abschnitt führt schließlich bis nach Tanger an der Mittelmeerküste. Hier endet die Traverse offiziell, mit der Option, per Fähre weiter nach Spanien überzusetzen und die Reise auf dem europäischen Kontinent fortzusetzen.


